Kurprinzessin Knoblauchrauke


Aufrecht und würdevoll
präsentiere ich mich Dir. Du triffst mich seltenst alleine an. Stets begleiten mich viele meiner Familienmitglieder.

Ich bin eine zwei bis mehrjährig krautig wachsende Pflanze und schieße förmlich aus dem Boden, denn ich Kurprinzessin Knoblauchrauke, werde zwischen 25 cm und 90 cm hoch. Brauchst Dich also nicht zu mir herab zu bücken – welch´ Segen für Deinen Rücken.

Ich habe eine lange, jedoch nicht sehr tiefe Pfahlwurzel, die nicht senkrecht in den Boden wächst, sondern zuerst einen Bogen macht, um dann weiter nach unten zu wachsen. Dies sieht aus, als ob ich mit meiner Pfahlwurzel in der Erde „sitzen“ würde. Außerdem sondern meine Wurzeln ein Sekret ab, damit mir andere Pflanzen nicht zu sehr auf die Pelle rücken. Eine feine Eigenart von mir.

Mein Stängel ist schwach kantig, kräftig und nach unten hin sehr fein behaart, wobei meine Stängelbehaarung zur Blüte hin immer weniger wird. Wenn mein Stängel im zweiten Wachstumsjahr aus der grundständigen Rosette der rundlich, gestielten Blätter heraus wächst, weist er etwa die ersten 2 bis 3 cm eine intensive rötlich/lila Färbung auf.

Diese intensive Färbung findest Du wieder an meinen unteren Blattstielen. In den höher wachsenden Blattstielen ist meine Färbung nur noch schwach ausgeprägt. Meine Blattstiele haben auf ihrer Oberseite eine „Rinne“. Dies sieht so aus, dass mein Blattstängel an seiner Oberseite jeweils links und rechts leicht eingerollt ist. Ebenso bin ich an der Oberseite meines Blattstängels zart behaart. Zwischen Blattstängel und Sprossachse wächst jeweils ein neuer Trieb, bestehend aus Blüte und Blatt.

Die Anordnung meiner langstieligen Blätter an meinem Stängel wird als wechselständig bezeichnet. Wie ich Dir schon beim Stängel erklärt habe, wachsen meine grundständigen Blätter in Form einer Rosette und haben lange Stiele. Meine unteren langstieligen Grundblätter sind nierenförmig,  am Rande buchtig gekerbt und nur an der Blattunterseite behaart. Die oberen Stängelblätter sind herzförmig, am Blattrande unregelmäßig grob gezähnt, haben einen kürzeren Stängel und sind dreieckig spitz zulaufend. Meine Blätter sind immer hellgrün. Betrachtest Du die Blätter von mir im Lichte, so erkennst Du eine feine Gliederung meiner Blattadern und  Blattsegmente. Nimm Dir einfach ein wenig Zeit für mich. Es lohnt sich!

Meine Blüte besteht aus vielen kleinen einzelnen weißen Blüten. Ähnlich einer Traube sitzen sie locker endständig am Stängel. Jede einzelne Blüte von mir besteht wiederum aus vier weißen Blütenblättern. Zwei Blütenblätter sitzen seitlich und zwei sitzen sich gegenüber. Wenn Du meine einzelnen weißen Blütenblätter genau betrachtest, so erkennst Du ein „Kreuz“ und damit auch gleich die Zugehörigkeit zu den Kreuzblütlern. Zu dieser Familie gehöre ich nämlich.

Nach der Blütezeit wachsen aus meiner ehemaligen Blüte dünne Schoten heraus.
Der Stiel meiner Schote ist etwa 5 mm lang, steht von der Sprossachse seitlich weg, ist nach oben gebogen und kräftig genug, um meine Samen in ihren „Kammern“ reifen zu lassen und zu tragen bis sich meine Schoten öffnen.

Meine Schoten sind 3 bis 6 cm lang, 2mm dick, zeigen nach außen, sind durch eine dünne Haut in zwei „Kammern“ geteilt, wobei jede „Kammer“ sechs bis acht Samen enthält. Anfangs sind meine Schoten im unreifen Zustand noch grün. Jedoch ändert sich ihre Farbe durch einen stattfindenden Austrocknungsprozess von grün in hellbraun. Nachdem meine Schoten nun hellbraun sind und somit voll ausgereift, reißen beide „Kammern“ von oben nach unten auf und fallen letztendlich ab. Meine darin befindlichen Samen können noch nicht verstreut werden, da sie mit kurzen Stielen an der dünnen Scheidewand meiner Schoten befestigt sind. Die Farbe meiner Samen ist schwarz-braun, sie haben eine Länge von ca. 3mm, sind leicht abgeflacht, länglich und gefurcht.
Die Verteilung meiner Samen erfolgt entweder durch den Wind, Tiere welche an mir vorbeistreifen oder durch Dich als Mensch, wenn Du mich z. B. aussäst in Deinem Garten.

Wo findest Du mich?

Ich wachse gerne in Gesellschaft der Brennnessel. Wie diese, mag ich nämlich auch frischen, stickstoffreichen Lehmboden.

Besonders gut gedeihe ich unter Hecken, an Mauern und Wegrainen, Gärten und auf Schuttplätzen.

Du findest mich auch in lichten Laubwäldern oder Parks. Auch in Höhenlagen von bis zu 800m kannst Du mich sogar noch antreffen.

Ich bevorzuge den Halbschatten, feuchten Boden und bin ein Stickstoffanzeiger.

Wann blühe ich für Dich?

Von April bis Juni oder Juli

Welche Teile kannst Du von mir verwenden?

  • Samen
  • Unreife Schoten
  • Blüten
  • Blätter
  • Junge Triebe
  • Stängel
  • Wurzeln

Wann werde ich am besten gesammelt?

Meine Samen kannst Du von Juli bis August sammeln,

meine unreife Schoten von Ende Mai bis Juni,

meine Blüten von Ende April bis Juni,

meine Blätter und jungen Triebe von Ende März bis Mai, je nach Klima.

Meine Wurzeln kannst Du im Oktober bis Dezember (ohne Frost) oder im Frühjahr bevor ich wieder in die Höhe schieße sammeln.

Über welche Inhaltsstoffe verfüge

In allen meinen Pflanzenteilen findest Du unter anderem ätherisches Öl, Knoblauchöl und Senfölkglykoside.

Alle meine Pflanzenteile, ausgenommen meine Wurzeln, enthalten unter anderem Glykoside, Vitamin A und C, Carotinoide und Enzyme.

Meine Blätter und Wurzelausläufer enthalten unter anderem Saponine.

In meinen Wurzeln und Samen sind Mineralstoffe enthalten

Eigne mich hervorragend zur Herstellung von

  • Kräuterquark, Kräuterbutter, Kräuterpaste
  • Rohes Küchengewürz aus meinen Blättern und jungen Trieben als Salatbeigabe, zu Gemüse, Kartoffelgerichten, … Kombiniere mich mal mit der Brennnessel.
  • Knoblauchraukenessig- und Öl
  • „Pfeffer-Ersatz“
  • Unreife Samenhülsen zu Gemüsegerichten oder Aufläufen
  • Salatdeko aus meinen Blüten
  • Getrocknete Samen als Fleisch-, Gemüsegewürz oder Senfmehl (im Mörser zerstoßen)
  • Würzpaste aus meiner Wurzel, bevor ich zwei Jahre alt werde

Lieber Mensch, ich bitte Dich, nicht alle meine Wurzeln auf einmal zu sammeln. Denn ich brauche sie noch um zu wachsen, damit ich Dir noch viele Jahre gute Dienste erweisen kann.

Woher ich meinen Namen habe

Zerreibst Du meine Blätter zwischen Deinen Fingern, weißt Du woher ich meinen Namen habe, denn mein Duft erinnert Dich an Knoblauch.

Neugierig auf mehr

Sollte Euer „Wissensdurst“ durch das, was Ihr bis jetzt über mich erfahren habt, noch nicht gestillt sein, empfehle ich Euch den Menüpunkt „Angebote“. Hier offenbart sich ein großer „Wissensschatz“ für Euch über Zubereitung, Wirkung, Anwendung, Eigenschaften, Signaturenlehre und Pflanzenastrologie von mir oder vielen anderen Pflanzenwesen.